Hornissen – harmlose oder gefährliche Insekten?

Hornissen sind groß und alles, was groß ist, jagt vielen zunächst Angst ein. Dazu kommt, dass Hornissen als gefährliche Insekten gelten, denen man am besten nicht zu nahe kommt. Rund um die Hornisse gibt eine Menge Mythen, die seit Jahrhunderten an den Tieren haften. Was ist dran an der Hornisse, die nicht nur Menschen, sondern angeblich auch Pferde in Gefahr bringen kann?

Gefährliche Insekten – nur ein Volksglaube?

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Nach dem Volksglauben sind Hornissen sehr gefährliche Insekten, sieben Stiche können angeblich ein Pferd und drei Stiche einen Menschen töten. Allerdings heißt dies nicht, dass die alte Volksweisheit auch richtig ist, sie lebt vor allem von jahrhundertealten Überlieferungen, die letztendlich nur noch wenig Weisheit enthalten. Woher die Weisheit stammt, dass Hornissen so gefährlich sind, lässt sich heute nicht mehr sagen. Was sich aber mit sagen lässt, ist, dass Hornissen keineswegs so gefährlich sind, wie immer behauptet wird. Hornissen sind ungefährlicher als Bienen, denn der Stich einer Biene enthält deutlich mehr Gift.

Bienen sind gefährlicher

Hornissen gehören zur der Wespen, aber wie bei den Bienen, so können bei den Hornissen auch nur die weiblichen stechen. Wie viel Gift genau bei einem Stich übertragen wird, ist immer unterschiedlich. Im Schnitt injiziert eine Biene aber bis zu fünfmal mehr Gift als eine Hornisse. Ihren schlechten Ruf hat die Hornisse deshalb, weil ihr Stich deutlich schmerzhafter ist als der einer Biene oder einer normalen Wespe. So etwas hat seinen Grund, denn im Gift der Hornisse befindet sich mit rund fünf Prozent ein hoher Anteil an Acetylcholin. Diese hohe Konzentration sorgt dafür, dass der Stich stark brennt und als sehr schmerzhaft empfunden wird. Mit 3,5 Millimeter ist der Stachel der Tiere sogar einen Millimeter länger als bei einer Wespe.

Wie viele Stiche verträgt ein Mensch?

Drei Stiche einer Hornisse sollen angeblich einen Menschen töten können – so heißt es zumindest in alten Überlieferungen. Wissenschaftlichen Untersuchungen hält die Legende allerdings nicht stand. Ein gesunder, erwachsener Mensch kann weit über hundert Stiche vertragen, ohne dabei in Lebensgefahr zu geraten. Menschen mit einer Allergie oder mit Vorerkrankungen sollten den Insekten aber nicht zu nahe kommen.

Scheue Tiere

Hornissen sind scheue und zurückhaltende Tiere. Die Gefahr, von ihnen gestochen zu werden, ist daher ausgesprochen gering. Während sich Wespen die Süßigkeiten einer Kaffeetafel nicht entgehen lassen, sind Hornissen dort nicht zu finden. Vorsicht ist nur in der Nähe eines Nestes geboten oder wenn den Hornissen der Weg dorthin verstellt wird. Hektische Bewegungen oder anpusten, sind ebenfalls nicht zu empfehlen, dann fühlen sich die Insekten angegriffen und wehren sich. Zudem sollte das Nest nicht verändert und nicht erschüttert werden.

Fazit zu gefährlichen Insekten

Hornissen sind keinesfalls gefährliche Insekten, sie wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Wenn der Mensch sich an die Regeln hält, kann das Nest der Tiere auf dem Balkon oder der Terrasse sein, ohne dass dabei etwas passiert. Seit 1987 stehen Hornissen in unter besonderem Schutz, ihr Nest darf nicht einfach entfernt werden. Wer kleine Kinder hat und ein Hornissennest nicht in unmittelbarer Nähe haben möchte, sollte sich an eine Naturschutzbehörde oder an die Gemeinde wenden. Übrigens, im Vergleich zu anderen Insekten leben Hornissen nicht allzu lange, bei den männlichen Tieren sind es nur zwei Monate.

Bild: @ depositphotos.com / PantherMediaSeller

Hornissen – harmlose oder gefährliche Insekten?

Ulrike Dietz