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Welche Filme sind 2018 für den Oscar nominiert?

Welche Filme sind 2018 für den Oscar nominiert?

Am 4. März ist es wieder so weit, in Los Angeles werden die heiß begehrten Oscars verliehen. Wie jedes Jahr stehen die Filme, die eine Chance haben, schon fest und in diesem Jahr wird mit einem sehr knappen Rennen gerechnet. Es sind neun Filme, die sich Hoffnung auf einen Oscar machen können, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Auswahl reicht von einem Kriegsdrama über einen Horrorschocker bis hin zu einem erstklassigen Politthriller. Wer am Ende die goldene Trophäe bekommt, ist vollkommen ungewiss, es gibt in diesem Jahr nicht mal einen Favoriten.

Fantasy vom Feinsten

„Shape of Water“ oder das „Flüstern des Wassers“ heißt der Fantasyfilm von Guillermo del Toro. Der Film spielt in den 1960er Jahren in einem geheimen Labor, in dem eine Kreatur gefangen gehalten wird. Mit dieser Kreatur, halb Mensch, halb Amphibie, freundet sich die Mitarbeiterin Elsa an. Sie hat Mitleid mit dem Wesen, das von den Wissenschaftler misshandelt wird. Ihr gelingt es, das Wesen zu befreien und es zu Hause bei sich zu verstecken. Aber die Forscher sind den beiden auf der Spur und es bleibt nur noch eine Möglichkeit der Zuflucht.

Der Film lebt von der Wucht seiner Bilder, aber auch vom sensiblen Spiel der beiden Hauptdarsteller Sally Hawkins, die die stumme Elisa spielt und Doug Jones, der die Kreatur verkörpert. Del Toro gelang es, eine nicht alltägliche Liebesgeschichte in einen spannenden Schocker zu verpacken.

Dunkirk – der historische Kriegsfilm

Es gab im Zweiten Weltkrieg einige Wendepunkte, wie zum Beispiel die Schlacht von Stalingrad. Ein anderer dieser Wendepunkte ist Schlacht von Dünkirchen, die Regisseur Christopher Nolan in seinem Film „Dunkirk“ beeindruckend darstellt. Der Film erzählt die Geschichte des Soldaten Tommy, der stellvertretend für alle jungen Soldaten steht, die an der Schlacht um Dünkirchen teilgenommen haben. Tommy und seine Kameraden versuchen dem Inferno in der von den Deutschen eingeschlossenen Stadt an der Kanalküste zu entkommen. Dabei geraten sie in die größte militärische Rettungsaktion der Geschichte.

„Dunkirk“ ist ein Schlachtengemälde, das aus drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Der Zuschauer sieht die Schlacht mit den Augen eines Piloten, aus der Sicht eines Soldaten, der an Land stationiert ist und des Retters, der vom Meer aus agiert. Diese Sichtweise und die großartige Leistung der Darsteller macht den Film sehenswert.

Sperriger Titel, großartiger Film

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“. Hat ein Film mit einem solchen sperrigen Titel Chancen auf einen Oscar? Wenn Frances McDormand die Hauptrolle spielt und Martin McDonagh die Regie übernimmt, dann schon. Im Grunde geht es nur um drei leere Plakatwände am Ortsausgang des kleinen Städtchens Ebbing in Missouri. Jahrelang blieben die Wände unbenutzt, bis die Tochter von Mildred Hayes vergewaltigt, ermordet und verbrannt wurde. Mildred nutzt die drei Werbetafeln für ihre Anklage und setzt damit tragische Ereignisse in Gang, die sie nicht mehr stoppen kann.

Frances McDormand hat bereits einen Oscar, den sie 1997 für „Fargo“ bekam. Als Mildred Hayes glänzt sie in der Rolle der völlig verzweifelten Mutter, die Rache nehmen will. Woody Harrelson als Sheriff spielt den Gegenpart und liefert sich mit Frances McDormand ein Psychoduell der Extraklasse.

Die Verlegerin – ein Drama um die Meinungsfreiheit

Wie weit dürfen Presse- und Meinungsfreiheit gehen? Ab welchem Zeitpunkt ist es Geheimnis- und Landesverrat? Mit diesen brisanten Fragen befasst sich der Film von Steven Spielberg, „Die Verlegerin“. Spielberg thematisiert die Geschichte rund um die sogenannten Pentagon-Papiere, geheime Dokumente des US-Verteidigungsministeriums. Gegen den Willen der Regierung veröffentlichte die New York Times 1971 Teile der Papiere, die die Bevölkerung über die Wahrheit des Vietnamkrieges informierte.

Steven Spielberg hat ein immer noch heißes Eisen angefasst und die Aufgabe bravourös gelöst. Mit Meryl Streep als Kay Graham, der Herausgeberin der New York Times und Tom Hanks als ihr Editor Ben Bradlee ist der Film hochkarätig besetzt und bleibt bis zur letzten Minute spannend wie ein Krimi.

Der seidene Faden – mehr als nur ein Film über Mode

Es muss schon etwas Besonderes sein, wenn Sir Daniel Day-Lewis nur noch diesen Film und danach nie wieder einen Film machen wird. Der dreifache Gewinner des Oscars spielt in „Der seidene Faden“ unter der Regie von Paul Thomas Anderson den Schneider und Modeschöpfer Reynolds Woodcock. Der Film spielt in den 1950er Jahren in London und schildert die atemberaubende Karriere des Modeschöpfers, der mit seiner Schwester Mode für die königliche Familie entwirft. Als die junge Alma in das Leben des Schneiders tritt, verwandelt sich alles in ein einziges Chaos.

Charmant, elegant und mit einem Hauch von Hitchcock ist „Der seidene Faden“ ein Film, der an der Oberfläche bleibt und trotzdem zu fesseln weiß. Daniel Day-Lewis und Vicky Krieps als Alma spielen federleicht in einer kühlen Atmosphäre ohne Gefühlsausbrüche, aber mit einem guten Timing für das Drama.

Die dunkelste Stunde – fesselnde Zeitgeschichte

Kaum ein britischer Politiker war so umstritten und so beliebt wie Winston Churchill.Gary Oldman spielt den britischen Premierminister in einem Film von Joe Wright in seinen ersten entscheidenden Wochen als Premier zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Auch wenn die fantastische Maske es kaum möglich macht, Gary Oldman auf Anhieb zu erkennen, der Golden-Globe-Gewinner spielt Churchill nicht nur, er lebt diese Rolle. Höhepunkt von „Die dunkelste Stunde“ ist die legendäre Rede Churchills vor dem Unterhaus, in der er die britische Bevölkerung zum Durchhalten auffordert.

Der Film besticht vor allem durch seine originalgetreuen Details und seine in den Nebenrollen erstklassig besetzte Crew. Mit Kristin Scott Thomas als Clementine Churchill und Ben Mendelsohn als unglücklicher König Georg VI. ist das Ensemble sehr stimmig und macht den Film zu einem echten Erlebnis.

Fazit

Mit „Lady Bird“ geht noch eine Tragikomödie von Greta Gerwig ins Rennen, die das Leben eines etwas exzentrischen Teenagers beschreibt. Ins Rennen um den begehrten Oscar gehen aber auch „Get out“ und „Call Me By Your Name“. Alle drei Filme gelten mehr als Außenseiter, vielleicht auch, weil die Kritiken nicht allzu gut waren. Während es in „Get Out“ gruselig, aber auch lustig zugeht, handelt es sich bei „Call Me By Your Name“ um eine etwas sperrige Liebesgeschichte, die zum Drama wird. Aber bei den Oscars gibt es immer wieder Überraschungen und es kann durchaus passieren, dass ein Außenseiter das Rennen macht.

Bild: @ depositphotos.com / logoboom

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Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de