Gesundheit

Wie gefährlich ist eine Eileiterschwangerschaft?

Wie gefährlich ist eine Eileiterschwangerschaft?

Wenn die Periode ausbleibt und der Schwangerschaftstest positiv ausfällt, dann ist das bei vielen Frauen ein Grund zu großer Freude. Leider hält diese Freude oft nur wenige Wochen, und zwar immer dann, wenn es sich um eine sogenannte Eileiterschwangerschaft handelt. Kommt es zu einer solchen Schwangerschaft, dann ist Eile geboten, sie muss sofort abgebrochen werden, denn sonst befindet sich die betroffene Frau in akuter Lebensgefahr. In einer von 100 Schwangerschaften verläuft die Schwangerschaft am falschen Ort und stellt eine große Gefahr dar.

Wie eine normale Schwangerschaft

Kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft, dann gelingt es der befruchteten Eizelle nicht, innerhalb von vier bis fünf Tagen zur Gebärmutter zu kommen, um sich dann dort einzunisten. Die Eizelle bleibt im Eileiter stecken, aber alle Anzeichen weisen danach auf eine ganz normale Schwangerschaft hin. Die Periode bleibt aus, die Brüste beginnen zu spannen, und wenn ein Schwangerschaftstest gemacht wird, dann verläuft er immer positiv. Der Grund für dieses Verwirrspiel ist, dass der Spiegel des Schwangerschaftshormons, der sogenannte HCG-Wert, sowohl im Urin als auch im Blut ansteigt. Ist das der Fall, dann gilt das als ein sicheres Zeichen einer Schwangerschaft.

Das Ende der Schwangerschaft

Rein äußerlich deutet nichts darauf hin, dass es sich nicht um eine normale Schwangerschaft handelt. Trotzdem ist bereits in einem frühen Stadium klar, dass aus dem Embryo, der da heranwächst, nie ein Fötus reift, der dann nach 40 Wochen zur Welt kommt. Er wächst am falschen Ort heran und hat keine Chance, es bis in die Gebärmutter zu schaffen. In der Medizin heißt die Eileiterschwangerschaft ektope Schwangerschaft und die bedeutet letztendlich für alle Paare, die sich auf ein Kind freuen, bitter enttäuscht zu werden. In den ersten zwölf Wochen ist die Gefahr besonders hoch, das Kind durch eine Fehlgeburt zu verlieren. Aber selbst wenn diese Diagnose schlimm ist, sie lässt sich leichter verkraften als eine Eileiterschwangerschaft. Besonders dramatisch ist die Diagnose immer dann, wenn die Schwangerschaft das Ergebnis einer künstlichen Befruchtung ist. Auch die Frauen zwischen 30 und 40, die nicht mehr so schnell schwanger werden, trifft eine Eileiterschwangerschaft besonders hart.

Wie kommt es zu einer Eileiterschwangerschaft?

Der Arzt diagnostiziert eine Eileiterschwangerschaft meist in der sechsten oder siebten Woche, also in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft. Die frühe Diagnose ist dank der guten Vorsorge in Deutschland möglich. In der Regel entdeckt der Arzt bei der ersten Vorsorgeuntersuchung die falsche Schwangerschaft. In den USA, wo es keine kostenlose Vorsorgeuntersuchung für schwangere Frauen gibt, sterben heute immer noch Frauen an eine Eileiterschwangerschaft. Eine ektope Schwangerschaft kann der Arzt sehr schnell durch eine Ultraschalluntersuchung feststellen. Ist die Fruchthöhle in der Gebärmutter angekommen oder liegt die Eizelle immer noch im Eileiter? Meist sind es Störungen beim Transport einer bereits befruchteten Eizelle, die für eine Eileiterschwangerschaft sorgen. Gutartige Verwachsungen, Wucherungen im Gewebe oder Beschädigungen am Eileiter können ebenfalls eine Eileiterschwangerschaft auslösen.

Warum ist eine Eileiterschwangerschaft so gefährlich?

Wenn sich eine befruchtete Eizelle an der Wand des Eileiters einnistet, dann wächst der Embryo weiter. Das führt dann dazu, dass sich der Eileiter gefährlich dehnt. Wird das nicht rechtzeitig erkannt, dann kann er dem stetig zunehmenden Druck nicht mehr standhalten und reißt schließlich. In der Folge kommt es zu starken Blutungen, die schnell lebensgefährlich werden können. Das Gleiche droht außerdem, wenn sich eine befruchtete Eizelle entweder im Muttermund, an der Muskelwand der Gebärmutter, im Eierstock oder in der Bauchhöhle entwickeln möchte. Die Gefahr, eine Eileiterschwangerschaft zu erleiden, droht jeder Frau, aber einige Frauen haben ein größeres Risiko, da sie Voraussetzungen mitbringen, die eine Eileiterschwangerschaft fördern.

Gefährliche Voraussetzungen

Welche Voraussetzungen führen zu einer Eileiterschwangerschaft und welche Frauen sind besonders gefährdet?

  • Frauen, die unter einer Infektion durch Chlamydien gelitten haben
  • Nach Operationen am Bauch oder am Becken
  • Entzündungen im Unterleib, zum Beispiel am Eileiter oder am Gebärmutterhals
  • Endometriose (Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut)
  • Frauen, die künstlich befruchtet wurden
  • Frauen, die eine Kupferspirale tragen
  • Rauchen
  • Ein relativ hohes Alter für eine erste Schwangerschaft

Frauen, auf die die aufgeführten Probleme zutreffen, sollten darüber unbedingt mit dem Arzt sprechen, wenn sie wieder schwanger werden möchten.

Welche Symptome gibt es?

Die Symptome einer Eileiterschwangerschaft sind je nach Stadium der Schwangerschaft sehr unterschiedlich. Besonders in einem späten Stadium bestehen jedoch keine Zweifel daran, dass es sich um eine ektope Schwangerschaft handelt. Einseitige Schmerzen im Unterleib, die nur leicht, aber auch heftig sein können, gehören zu den Symptomen einer frühen Eileiterschwangerschaft. Ein weiterer Warnhinweis sind auch vaginale Blutungen, die außerhalb der normalen Periodenblutung auftreten. Die Blutungen sind meist dunkler und wässriger, aber auch schwächer oder stärker als die normalen Monatsblutungen. Treten die Schmerzen plötzlich und sehr heftig auf, dann ist das ein Zeichen für eine nicht frühzeitig erkannte Eileiterschwangerschaft. Wird der betroffenen Frau schwarz vor Augen, fühlt sie Schwindel und Ohrensausen, dann ist höchste Eile geboten. Desgleichen gehören Schulterschmerzen zu den späten Symptomen, die durch innere Blutungen und durch die Reizung des Zwerchfells entstehen. Kommt es zu schweren inneren Blutungen, droht ein Schockzustand und wenn es keine schnelle Hilfe gibt, kann der Tod die Folge sein.

Wie wird eine ektope Schwangerschaft behandelt?

Wenn es um die richtige Behandlung einer Eileiterschwangerschaft geht, dann spielen drei Aspekte eine wichtige Rolle:

  1. Wie hoch ist der Schwangerschafts-Hormonwert?
  2. Wo genau sitzt die Eileiterschwangerschaft?
  3. Wie beschädigt sind die Eileiter?

Im schlimmsten Fall muss der Arzt den betroffenen Eileiter operativ entfernen. Heute ist das durch eine sogenannte invasive Operation mit nur drei kleinen Schnitten möglich. Nach dem Eingriff muss die Patientin für drei bis vier Monate beobachtet werden, ob das Schwangerschaftshormon konstant sinkt. Passiert das nicht, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sich irgendwo im Körper noch Zellreste befinden. Um diese zu entfernen, ist eine medikamentöse Behandlung mit einem Zellgift notwendig. Diese Behandlung wird ebenfalls angewandt, wenn die Eileiterschwangerschaft noch in einem sehr frühen Stadium ist.

Fazit

Eine Eileiterschwangerschaft ist für jede Frau eine sehr schmerzliche Erfahrung, die aber, anders als eine Fehlgeburt, sehr schnell lebensgefährlich ist. Frauen, die bereits eine solche Schwangerschaft erlitten haben, können durchaus noch ein Kind zur Welt bringen, aber sie sollten die Schwangerschaft sehr gut planen und vor allem in den ersten Wochen unter ärztlicher Aufsicht stehen.

Bild: @ depositphotos.com / Artemida-psy

1 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 101 Bewertung, Bewertung: 10,00 von 10 (1 Bewertungen, durchschnittlich: 10,00 von 10)
Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de