Schon wieder macht eine Cyber-Attacke Schlagzeilen, betroffen waren diesmal 55 Systeme und 100 Länder. Krankenhäuser in England bekamen die Attacke zuerst zu spüren, denn dort waren die Computer lahmgelegt und auf dem Bildschirm erschien eine Erpresserbotschaft. Auch die Deutsche Bahn hatte mit dem Angriff zu kämpfen, aber nach Aussage des Unternehmens gab es keine Behinderungen im Fahrplan. Ein IT-Experte hat wohl Schlimmeres verhindert, denn mit einem Trick sorgte er dafür, dass sich die Schadsoftware nicht weiter ausbreiten konnte.
Ein Held aus Versehen
Der weltweite Cyber-Angriff mit der Erpressungssoftware „WannaCry“, die am Freitag begann, wurde durch Zufall in der Nacht zum Samstag von einem IT-Experten gestoppt. Der Held aus Versehen, wie der Mann heute genannt wird, betreibt einen Blog und fand einen Web-Domainnamen im Computercode der Schadsoftware und registrierte ihn. Dieser Name war sehr lang und vollkommen unsinnig, erzählte der Mann einer englischen Zeitung und er schaute daraufhin nach, ob die Domain registriert ist. Weil das der Fall war, wurde sofort ein Stoppschalter wirksam. Zwar konnte das den bereits betroffenen Computern nicht mehr helfen, aber eine Ausbreitung konnte immerhin gestoppt werden.
Ein preiswertes Vergnügen
Die Anmeldung der Domain hat die Attacke gestoppt und da der Kauf der Domain nur umgerechnet 12,60 Euro gekostet hat, war die Rettung der Computerwelt ein sehr preiswertes Vergnügen. Vor allem in den USA hat man vom Eindämmen der Schadsoftware profitiert, denn den Amerikanern fehlte die Zeit, sich auf einen möglichen Angriff vorzubereiten und schnell die Lücken im System zu schließen. Leider gibt es aber keinen kompletten Schutz vor Angriffen dieser Art, denn es ist durchaus möglich, dass es weitere Versionen dieser schädlichen Software gibt, die sich auch weiterhin verbreiten können.
Eine Windows Schwachstelle
Der gezielte Angriff hat vor allem eine undichte Stelle von Windows ausgenutzt. Microsoft hatte schon im März ein Software-Update veröffentlicht, um diese Lücke in der Sicherheit zu beheben, denn alle Computer, die dieses Update nicht installiert haben, sind anfällig für Attacken. Viele fragen sich jetzt, wie diese Schadsoftware arbeitet. Es ist im Grunde sehr einfach, denn sie verschlüsselt die Daten eines Benutzers und fordert dann für die Freigabe Geld. In 28 Sprachen verlangt das Programm zwischen 0,3 und einem Bitcoin, was ungefähr einem Wert von 1550 Euro entspricht.
Bild: © Depositphotos.com / casarda
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Der Cyber-Angriff betraf 55 Systeme in 100 Ländern und begann mit der Erpressungssoftware „WannaCry“, die vor allem Krankenhäuser in England und die Deutsche Bahn traf. Ein IT-Experte entdeckte einen Web-Domainnamen im Code der Schadsoftware, registrierte ihn und aktivierte damit einen Stoppschalter, der die Ausbreitung der Malware verhinderte. Die Registrierung der Domain kostete lediglich 12,60 Euro, was die Rettung der Computerwelt zu einem sehr preiswerten Vergnügen machte. Die Schadsoftware nutzte eine Sicherheitslücke in Windows aus, für die Microsoft bereits ein Update veröffentlicht hatte. „WannaCry“ verschlüsselt die Daten eines Benutzers und fordert ein Lösegeld in Form von Bitcoin für die Freigabe der Daten. Die Schadsoftware verlangt zwischen 0,3 und einem Bitcoin, was etwa 1550 Euro entspricht. Laut Aussage der Deutschen Bahn gab es keine Behinderungen im Fahrplan trotz des Cyber-Angriffs. Es gibt keine vollständige Sicherheit, da immer wieder neue Versionen der Schadsoftware entwickelt werden können. Der IT-Experte wird als „Held aus Versehen“ bezeichnet, da er durch seine schnelle Reaktion eine größere Ausbreitung der Schadsoftware verhinderte. In den USA war die Reaktion auf den Angriff schnell, da man nicht genügend Zeit hatte, um sich auf mögliche Sicherheitslücken vorzubereiten.Häufige Fragen
Was ist der Hintergrund des Cyber-Angriffs?
Wie wurde der Angriff gestoppt?
Was kostete die Registrierung der Domain, die den Angriff stoppte?
Welche Schwachstelle wurde von der Schadsoftware ausgenutzt?
Wie funktioniert die Erpressungssoftware „WannaCry“?
Wie viel Lösegeld wird von der Schadsoftware verlangt?
Gab es Auswirkungen auf den Fahrplan der Deutschen Bahn?
Warum ist es schwierig, sich vollständig vor solchen Angriffen zu schützen?
Welche Rolle spielte der IT-Experte in dieser Situation?
Wie reagierten die USA auf den Cyber-Angriff?
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