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Venedig verlangt Eintritt – wie sich die Stadt gegen Touristenmassen wehrt

Venedig verlangt Eintritt – wie sich die Stadt gegen Touristenmassen wehrt

Der Karneval in Venedig ist zu Ende. In diesem Jahr spielte das Wetter leider nicht mit, aber die Kostüme waren auch in diesem Jahr fantastisch. Sie verzauberten wieder die Stadt und einmal mehr verwandelten sie die Lagunenstadt in ein antikes, aber marodes Gesamtkunstwerk. Wie jedes Jahr, so kamen auch in diesem Jahr wieder Touristenmassen zum Karneval und sorgten für einen Stau in den Gassen rund um San Marco. Im nächsten Jahr kann sich das vielleicht ändern, denn Venedig verlangt Eintritt für alle, die die Stadt besuchen möchten.

Die Besucherströme stoppen

Die Stadt bleibt offen, lebenswert und ruhig – das versicherte Luigi Brugnano, der Bürgermeister von Venedig, als er die Maßnahme vorstellte. „Wir wollen sie einfach verteidigen“, sagt Brugnano als Grund. Ab Mai 2019 ist es dann so weit: Venedig verlangt Eintritt. Alle, die kein Hotel in der Stadt gebucht haben, müssen drei Euro bezahlen, im kommenden Jahr steigt der Betrag dann auf sechs Euro an. Venedig verlangt Eintritt, um die Besucherströme endlich in den Griff zu bekommen, auch wenn es um den Karneval in der italienischen Stadt geht. Je nach Saison und dem Andrang der Besucher kann die Stadt das Eintrittsgeld entweder erhöhen oder senken. Venedig verlangt Eintritt, selbst wenn die Zeiten ruhig sind. Für die Besucher bedeutet da, sie zahlen drei Euro. Ist der Andrang hingegen stark, wie beispielsweise beim Karneval, sind mindestens acht Euro fällig, in „außergewöhnlichen Situationen“ können es auch zehn Euro sein. Ausgenommen sind nur Hotelgäste, denn sie zahlen bereits eine Ortstaxe.

Es trifft die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe

Die Stadt Venedig verlangt Eintritt, auch weil die Flut der Passagiere nicht abreißt, die mit einem der großen Kreuzfahrtschiffe in die Stadt kommen. Diese Besucher sind in der Stadt nicht gerne gesehen. Die Passagiere der Kreuzfahrtschiffe kommen nur für maximal einen Tag in die Lagunenstadt und konsumieren so gut wie nichts. Sie essen nicht in den Restaurants und kaufen kaum Andenken oder andere Dinge ein. Besonders auf Touristen aus Asien sind die Venezianer nicht gut zu sprechen. Sie betreten ungefragt Häuser, um dort zu fotografieren, zudem gelten sie als extrem geizig. Venedig verlangt Eintritt selbst für Besucher, die mit Bahn, Bus oder Taxi in die Stadt kommen.

Die teure Instandhaltung

Venedig verlangt Eintritt, aber der Bürgermeister stellt klar, dass es nicht darum geht, Kasse zu machen. Das Geld verwendet die Stadt für die Instandhaltung und die aufwendige Reinigung der alten, historischen Gebäude. 30 Millionen Euro muss Venedig jedes Jahr aufwenden und diese Last ist für die Einwohner mittlerweile unerträglich. Einige Kritiker warnen jedoch davor, dass die Stadt Eintritt verlangt, es schade dem Image Venedigs und sei eine unnütze Maßnahme, so die Gegner.

Ist das Eintrittsgeld der richtige Weg, die Besucherströme in den Griff zu bekommen? Venedig ist mit seiner Maßnahme nicht alleine. Es gibt noch mehr Städte in Europa, die überlegen, ein Eintrittsgeld zu kassieren. In Venedig bricht vor allem in den Sommermonaten das Chaos aus, wenn Millionen von Asiaten in die Stadt einfallen. Der Eintritt ist eine Art Verzweiflungstat, um sich zu wehren. Die Menschenmassen zum Karneval 2019 zeigen, dass diese Maßnahme richtig ist.

Interessante Seiten:
https://www.venezianischemasken.com

Bild: @ depositphotos.com / EM_prize

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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