Wirtschaftsweise rechnen nicht mehr mit Rezession

Berlin () – Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat seine Konjunkturprognose leicht nach oben korrigiert und rechnet 2023 nicht mehr mit einer Rezession. Für das laufende Jahr erwarte man jetzt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,2 Prozent, teilten die Wirtschaftsweisen am Mittwoch mit.

Für das Jahr 2024 wird dann ein Wachstum von 1,3 Prozent vorausgesagt. Bei der letzten Konjunkturschätzung im war das Gremium noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft 2023 um 0,2 Prozent schrumpfen wird. “Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust, die schlechteren Finanzierungsbedingungen und die sich nur langsam erholende Auslandsnachfrage verhindern einen stärkeren Aufschwung in diesem und im ”, sagte Monika Schnitzer, Vorsitzende des Sachverständigenrats. Nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen hat die ihren Hochpunkt vom Herbst 2022 überschritten.

Sie sei aber immer noch deutlich erhöht und dürfte nur langsam zurückgehen. Im Jahresdurchschnitt rechne man mit einer Inflationsrate von 6,6 Prozent. “Die Inflation kommt zunehmend in der Breite der Wirtschaft an”, sagte der Wirtschaftsweise Martin Werding. “Die gestiegenen Erzeugerpreise und die zu erwartenden Lohnsteigerungen dürften die Verbraucherpreisinflation noch bis ins hinein hoch halten.”

Ein Rückgang auf 3,0 Prozent werde erst 2024 erwartet. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage bewertet das Gremium die Entwicklung des Arbeitsmarkts in als stabil. Die Erwerbstätigkeit dürfte bis Ende 2024 leicht zunehmen. Für die “Effektivlöhne” erwartet der Sachverständigenrat aufgrund der zuletzt höheren Tarifabschlüsse und zusätzlicher Inflationsausgleichsprämien in den Jahren 2023 und 2024 einen deutlichen Anstieg von 5,9 beziehungsweise 4,5 Prozent.

“Zumindest für das Jahr 2023 ist der Lohnanstieg niedriger als die erwartete Inflation”, sagte der Wirtschaftsweise Achim Truger. “Mit einem Anstieg der Reallöhne ist erst im kommenden Jahr zu rechnen.” Dies werde voraussichtlich den privaten Konsum beleben. Bei der Schuldenstandsquote geht der Rat unterdessen von einem Rückgang von 67,4 Prozent im vergangenen Jahr auf 63,5 Prozent im kommenden Jahr aus.

Mit Blick auf die Energiekrise warnen die Wirtschaftsweisen davor, dass diese trotz einer Stabilisierung noch nicht vorbei sei. Für den Winter 2023/24 bleibe die Gefahr erneuter Preissprünge oder gar einer Gasmangellage bestehen. Es bestünden weiterhin erhebliche Risiken für die Energieversorgungslage im kommenden Winter. Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten, die zuletzt von starker Unsicherheit nach Problemen bei einigen Banken geprägt waren, bewertet der Sachverständigenrat unterdessen optimistisch.

Anders als in der globalen Finanzkrise basierten die Schwierigkeiten einzelner Banken nicht auf weitgehend wertlosen Finanzprodukten, so das Gremium. Zudem seien derzeit der Interbankenmarkt und die Kreditversorgung der Realwirtschaft nicht gestört. Die Finanzmarktstabilität dürfte nach Einschätzung des Sachverständigenrates aktuell nicht gefährdet sein.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Stahlproduktion

Wirtschaftsweise rechnen nicht mehr mit Rezession

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH