Reul kritisiert Forderungen nach Senkung des Strafmündigkeitsalters

Düsseldorf () – NRW-Innenminister Herbert Reul () hat nach einem Senken des Strafmündigkeitsalters nach der Tötung einer Zwölfjährigen im siegerländischen Freudenberg zurückgewiesen. „Ich bin es satt, immer reflexartig nach solchen Taten neue oder eine Strafverschärfung zu fordern“, sagte Reul dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagsausgabe).

Gerade in diesem Fall sei es „viel zu früh“ für eine solche Debatte. Man müsste hingegen generell darüber nachdenken, „jugendliche Kriminelle noch schneller zu sanktionieren, um eine abschreckende zu erzielen – entschieden, schnell, wirkungsvoll“. Mit dieser Devise wäre man sicherlich erfolgreicher, als das Alter für strafmündige herabzusetzen. Im Fall der getöteten Zwölfjährigen warnte der Minister vor „Schnellschuss-Urteilen“.

Der Fall sei vermutlich weitaus komplexer, als alle glaubten, so Reul. Seit 2018 habe es in NRW einschließlich dieses Falles sieben Kinder gegeben, die wegen Mordes oder Totschlags tatverdächtig gewesen seien. „Jeder Fall hat andere Ursachen und muss einzeln für sich untersucht werden.“

Reul kritisiert Forderungen nach Senkung des Strafmündigkeitsalters

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Bildhinweis: Das Strafgesetzbuch in einer Bibliothek