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Ärztemangel auf dem Land Die Symptome direkt bekämpfen Martin Fröhlich

Bielefeld (ots) – In NRW fehlt es an Hausärzten, und die Lage wird sich noch verschlechtern. Diese Nachricht ist nicht neu, doch umso relevanter. Denn nur, weil wir einen Missstand schon kennen, heißt das nicht, dass er uns nichts angeht. Er geht uns alle an, denn irgendwann brauchen wir ihn alle, den Hausarzt um die Ecke. Und der wird gerade in ländlichen Bereichen immer seltener. Die Alterspyramide dieser Fachrichtung lässt Schlimmes erahnen für die nächsten Jahre. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann spricht gar von einer Katastrophe. Das ist allerdings etwas übertrieben und darin begründet, dass wir bislang eine vielleicht weltweit einzigartig gute Versorgung genießen. Seit einiger Zeit versuchen Ärzte, Politik, Institutionen und Universitäten gegenzusteuern. Mit mäßigem Erfolg. Das Ganze erinnert, so schief der Vergleich wirkt, an den Klimawandel. Trotz aller Aktionen und Absichtserklärungen steht am Ende fest: Gänzlich zu stoppen ist das Phänomen nicht. So wenig wie sich die Klimaveränderung umkehren lässt, lässt sich kurzfristig der Ärztemangel beheben. Was nun? Ähnlich wie beim Umgang mit dem Klimawandel empfiehlt sich auch beim Hausärztemangel eine zweigleisige Betrachtung. Gleis eins: Wir bekämpfen das Problem. Wir bilden mehr Hausärzte aus, sorgen – notfalls staatlich reguliert – dafür, dass diese an den richtigen Stellen zum Einsatz kommen, und machen den Beruf attraktiver. Weil es aber bis zur Trendwende, selbst wenn alle Anstrengungen greifen, mindestens zehn Jahre dauert, brauchen wir Gleis zwei. Annehmen statt lamentieren heißt hier die Devise. Es ist nun einmal so, dass Hausärzte fehlen werden. Reagieren wir doch kurzfristig und unkompliziert darauf. Können Krankenhäuser vorübergehend in die Versorgung eingebunden werden? Können Kommunen selbst Ärzte anstellen? Ist es möglich, zeitnah Ärzte anderer Fachrichtungen zusätzlich zum Allgemeinmediziner zu qualifizieren? Können Hausärzten bürokratische Aufgaben abgenommen werden, damit sie eine größere Patientenzahl versorgen können? Kann eine sinnvollere Verteilung der Hausärzlte für einen bestimmten Zeitraum erzwungen werden? Diese Fragen müssen schnell beantwortet werden. Ärzte kennen das: Nicht jede Krankheit lässt sich sofort heilen, aber die Symptome kann man oft direkt bekämpfen.

Quellenangaben

Textquelle:Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
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