Mindestens 20 Tote durch Kämpfe im Norden Äthiopiens

Addis Abeba () – Bei heftigen Kämpfen in der nordäthiopischen Region Afar sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Zivilisten getötet und zehntausende weitere vertrieben worden. Die Gefechte in dem an die Konfliktregion Tigray angrenzenden Gebiet dauerten noch an, sagte Mohammed Hussen von der äthiopischen Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien 70.000 Menschen von den Kämpfen betroffen.

Mohammed warf Rebellen aus Tigray vor, die Bevölkerung von Afar zu “unterwerfen”. Die Zentralregierung in Addis Abeba entsende deshalb Soldaten in die Region, um die dortigen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Äthiopische Regierungstruppen hatten im November die in Tigray regierende Gruppe TPLF angegriffen. Ministerpräsident Abiy Ahmed, der 2019 den Friedensnobelpreis erhalten hatte, begründete den Einmarsch damals damit, dass Aufständische Militärbasen angegriffen hätten. Kurz nach dem Einmarsch in Tigray erklärte Abiy die Rebellen für besiegt, doch gingen die Kämpfe weiter.

Durch die Kämpfe wurden nach UN-Angaben bereits tausende Menschen getötet. Zudem löste der bewaffnete Konflikt eine schwere humanitäre Krise aus. Rund 400.000 Menschen in Tigray leiden nach Angaben der UNO an Hunger. Am Sonntag meldeten die Rebellen “sehr begrenzte” Angriffe auf mit der Regierung in Addis Abeba verbündete Kämpfer in Afar. 

Die Kämpfe in Afar beeinträchtigen auch internationale Hilfslieferungen nach Tigray. Am Wochenende war in der Region ein Konvoi aus zehn Fahrzeugen des Welternährungsprogramms (WFP) angegriffen worden. Das WFP stoppte daraufhin alle Hilfskonvois aus der Regionalhauptstadt Semera. 

In Addis Abeba gingen am Donnerstag zehntausende Menschen auf die Straße, um ihre Unterstützung für die äthiopische Armee zu zeigen. Auf Plakaten wurde die TPLF unter anderem als “Äthiopiens Krebsgeschwür” bezeichnet. Die Gruppe wird von der Regierung in Addis Abeba als Terrororganisation eingestuft. 

Bild: © AFP Amanuel Sileshi / In Addis Abeba demonstrieren Zehntausende für die Armee

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AFP