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Debatte um Geld für Kinder im Ausland Reines Sommerloch-Theater Lothar Schmalen

Bielefeld (ots) – Mitten in das politische Sommerloch platzt die vermeintlich skandalträchtige Nachricht: Immer mehr Kindergeld fließt ins Ausland. Am stärksten zugenommen hat die Zahl der Empfänger aus Osteuropa. Als dann das Thema von leichtfertigen Oberbürgermeistern – die übrigens für die Zahlung von Kindergeld gar nicht zuständig sind – mit Missbrauch von Sozialleistungen und kriminellem Sumpf in Verbindung gebracht wird, ist das Aufregerthema angerichtet. Dass ausgerechnet der sozialdemokratische Oberbürgermeister aus Duisburg, Sören Link, an der Spitze dieser aufgeregten Debatte marschiert, wirft kein gutes Licht auf ihn. Sachlichkeit fällt in Deutschland inzwischen schwer, wenn es um Flüchtlinge oder Ausländer geht. Deshalb seien hier ein paar Hinweise zur Einordnung der Fakten erlaubt, die der aufgeregten Diskussion zu Grunde liegen. Knapp 270.000 Kinder im europäischen Ausland (darunter übrigens auch 31.000 Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit) erhalten Kindergeld vom deutschen Staat, das sind rund 25.000 mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Insgesamt zahlt der deutsche Staat Kindergeld für 15 Millionen Kinder. Insgesamt flossen 2017 343 Millionen Euro für Kinder im Ausland. Zum Vergleich: Der Staat zahlte knapp 36 Milliarden Euro Kindergeld aus. Damit flossen im vorigen Jahr weniger als ein Prozent der Kindergeldzahlungen ins Ausland. Die allermeisten der Bezieher von Kindergeld für Kinder im Ausland sind übrigens nicht Sinti und Roma aus Bulgarien, sondern Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus Polen, gefolgt von Tschechien, Kroatien und Rumänien. Dass es unter den Beziehern einige Betrüger gibt, gehört zur Wahrheit. Selbstverständlich muss ihnen das Handwerk gelegt werden. Es sind nicht die Kindergeldzahlungen ins Ausland, die über unseren künftigen Wohlstand entscheiden. Ein viel entscheidenderes Problem dürfte der Facharbeitermangel sein. Deutschland braucht dringend eher mehr denn weniger qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland. Dass viele von ihnen Kinder zu Hause haben, verwundert nicht. Wir sollten das Aufregerthema Kindergeld für ausländische Kinder als das betrachten, was es ist: reines Sommerloch-Theater.

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Textquelle:Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell
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